Warum es sinnvoll ist, mit der Hand zu schreiben

Wir schreiben immer mehr an der Tastatur statt mit der Hand. Das ist nicht unbedingt schlecht – außer bei Schreibanfängern.

aus Quarks vom 13. Dezember 2019

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Stirbt die Handschrift aus?

Im Alltag schreiben wir kaum noch mit der Hand – höchstens mal einen Einkaufszettel oder ein Post-it, damit wir etwas nicht vergessen. Statt Briefe zu schreiben, tippen wir E-Mails oder kommunizieren per SMS oder Messenger-Diensten wie WhatsApp, Telegram oder Threema. Vor allem Jüngere tippen noch nicht mal mehr ihre Nachrichten, sondern schicken sich gegenseitig Sprachnachrichten.

In der Schule ist Handschrift noch gefragt

Schülerinnen und Schüler schreiben zwar in der Schule noch mit der Hand. Aber die Schreibkompetenz nehme ab, sagt der Verband Bildung und Erziehung. In einer Befragung sagten fast 85 Prozent der Grundschullehrerinnen, dass Schüler heute weniger motorische Kompetenzen zum Erlernen des Schreibens mitbringen als noch vor einigen Jahren. Mögliche Gründe dafür: Die Kinder bewegen sich weniger, spielen zum Beispiel nicht mehr so oft draußen. Außerdem fallen bestimmte Aufgaben weg, der Klettverschluss ersetzt etwa die Schleife. Und statt zu malen, spielen viele Kinder häufiger am Computer. Auch in der weiterführenden Schule sind diese Defizite in der Regel nicht ausgeglichen. Deshalb beobachten auch 75 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer an diesen Schulen, dass viele Kinder feinmotorisch nicht so fit sind wie noch vor einigen Jahren. Die Handschrift stirbt zwar nicht aus, sie hat aber einen anderen Stellenwert als früher. Einige Fachleute gehen davon aus, dass wir nur noch in bestimmten Situationen mit der Hand schreiben, etwa wenn das Schreiben unauffällig und leise geschehen muss und keine Laptops oder Computer genutzt werden können. Oder wenn es besonders schön werden soll und wir dem Geschriebenen eine persönliche Note geben möchten, zum Beispiel auf Glückwunschkarten oder in Briefen. Dafür gibt es mittlerweile sogar spezielle Kurse, in denen man die Handschrift trainieren kann.

Warum ist es gut, wenn wir mit der Hand schreiben?

Studien deuten darauf hin, dass wir Informationen besser verarbeiten, wenn wir sie handschriftlich notieren. Neurowissenschaftler sprechen von Gedächtnisspuren, die im Gehirn angelegt werden. Zu dieser These passt ein Experiment der amerikanischen Psychologin Dr. Pam Mueller. Sie zeigte 65 Studenten Filme mit Aufzeichnungen von Vorträgen. Die eine Hälfte sollte am Laptop mitschreiben, was sie gehört hatte, die andere mit der Hand. Das Ergebnis: An die reinen Fakten wie Jahreszahlen oder Daten konnten sich alle Testpersonen gleich gut erinnern. Wurden die Zusammenhänge aber komplexer, schnitten die Studierenden besser ab, die mit Stift und Block gearbeitet hatten.

Wer mit der Hand schreibt, kann sich mehr merken

Außerdem stellte sie fest, dass die Laptop-Gruppe die ganze Zeit tippte, während die andere weniger notierte und das Gehörte in eigenen Worten zusammengefasst hatte. Die Psychologin schloss daraus, dass sich diese Gruppe schon während des Schreibens mit dem Gehörten beschäftigte. Dabei scheint es vor allem um das Schreibtempo zu gehen. Mueller begründet das Ergebnis damit, dass das Schreiben mit der Hand langsamer sei als das auf der Tastatur. Sie schließt daraus: Wer mit der Hand schreibe, müsse die Informationen gezielter auswählen, weil sonst die Zeit knapp werde. Damit habe das Gehirn die Chance, sie besser zu verarbeiten. Das ist nach Meinung der Forscherin der Grund dafür, dass sich die “Handschreiber” besser daran erinnern.

Kinder lernen Buchstaben besser mit dem Stift

Auch Kinder profitieren, wenn sie mit der Hand schreiben lernen. Die Psychologin Prof. Karin James ließ Vorschulkinder, die noch nicht schreiben und lesen konnten, Buchstaben abmalen. Sie sollten sie entweder anhand einer gepunkteten Linie nachzeichnen, freihändig abmalen oder auf einer Tastatur tippen. Das Ergebnis: Die Kinder, die Buchstaben frei nachzeichneten, zeigten messbare Aktivitäten in den Hirnbereichen, die auch bei Erwachsenen aktiv sind, wenn sie lesen und schreiben. Wenn die Kinder die Punkte nur miteinander verbanden oder tippten, gab es keine messbaren Hirnaktivitäten. Dass Kinder sich die Buchstaben am besten einprägen, wenn sie sie freihändig mit der Hand schreiben, könnte daran liegen, dass der Buchstabe jedes Mal in bisschen anders aussieht. Wenn sie trotz dieser Variationen den Buchstaben jedes Mal erkennen, begreifen sie offenbar besser, um welchen Buchstaben es sich handelt.

Weitere Forschungsergebnisse bestätigen diese These

Deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickelten ein Training, in dem Kindergartenkinder acht Buchstaben erlernen sollten. Die eine Hälfte übte handschriftlich, die andere tippte die Buchstaben an der Tastatur. Das Ergebnis: Die Kinder, die mit dem Stift geschrieben hatten, konnten die Buchstaben besser erkennen und waren eher dazu in der Lage, ganze Wörter zu lesen und zu schreiben. Kinder lernen vor allem haptisch; also nehmen sie durch das manuelle Schreiben die Buchstaben konkreter wahr, so die Erklärung der Forscher.

Ob Handschrift die Rechtsschreibung verbessert, ist unklar

Obwohl es mehrere Studien dazu gibt, ist nicht eindeutig belegt, ob Handschrift die Rechtschreibung verbessert. Zwar schnitt die Handschrift-Gruppe bei einem Test bei der Rechtsschreibung besser ab, als die Gruppe, die auf einer Tastatur schrieb. Aber die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich nicht sicher, ob das nicht auch daran liegen könnte, dass die Schreiber nicht schnell genug tippen konnten und so zum Beispiel Wortendungen fehlten. Sicher ist dagegen, dass wir mit dem Schreiben unser Gehirn auf Trab halten: Denn weil man dafür vor allem feinmotorische Fähigkeiten braucht, ist dabei ein Drittel des Gehirns aktiv.

Wer sollte besser tippen, statt mit der Hand zu schreiben?

Kinder, die Probleme mit der Rechtsschreibung haben, können vom Schreiben an der Tastatur profitieren. Das hat eine Studie mit Schülerinnen und Schülern gezeigt. Denn durch das Tippen wird das Arbeitsgedächtnis entlastet. In diesem Teil des Gehirns werden Informationen gespeichert, die wir für das Lösen einer konkreten Aufgabe brauchen. So werden Ressourcen fürs Formulieren, Planen und die Rechtsschreibung frei. Das wirkt sich positiv auf die Texte aus – und gilt auch für Erwachsene. Ansonsten gilt: Wer flüssig mit der Hand schreiben kann, kommt auch mit dem Schreiben an der Tastatur besser klar. Es lohnt sich also, erst einmal die Handschrift zu erlernen, bevor man an der Tastatur schreibt. Grundsätzlich geht es aber nicht darum, ob wir mit der Hand oder auf der Tastatur schreiben. Denn die Situation ist entscheidend. Während man Bewerbungen oder Behördenbriefe besser an der Tastatur schreibt, weil sie so in der Regel leserlicher und übersichtlicher sind, ist es oft praktischer, kurze Notizen mit der Hand zu schreiben.

Welche Schrift sollten Kinder lernen?

Auf diese Frage gibt es keine endgültige Antwort. Aktuell lernen Kinder je nach Bundesland als erste Schrift entweder Schreib- oder Druckschrift. Fachleute sprechen dabei von verbundener und unverbundener Schrift. Die Meinungen der Wissenschaftler, welche Schrift besser geeignet ist, gehen auseinander.

Forscher: Schulausgangsschrift fördert die Feinmotorik

Didaktiker der Universität Siegen plädieren für die sogenannte Schulausgangsschrift und haben dazu sogar eine Online-Petition gestartet. Bei dieser Schrift sind einzelne Buchstaben miteinander verbunden. Eine solche Schrift fördere die Feinmotorik, die Koordination und die Schnelligkeit, sagen die Befürworter. Ein weiteres Argument: Wer erst Druckschrift lerne, tue sich hinterher mit der Schreibschrift schwer.

Druckschrift macht Lesen leichter

Andere Bildungsforscherinnen und -forscher argumentieren, dass es schwerer sei, schreiben zu lernen, wenn man die Buchstaben miteinander verbinden müsse. Außerdem gebe es sowieso kein konsequent verbundenes Schreiben, da man zwischendurch immer die Hand absetzen müsse. Die Schrift wirke nur so, als seien die Buchstaben miteinander verbunden. Druckschrift sei zudem einfacher zu lesen. Und weil lesen und schreiben lernen eng zusammenhingen, sei es sinnvoll, als erste Schrift eine Druckschrift zu lernen.

Kinder sollen selbst entscheiden

Außerdem gibt es noch die Idee, dass man den Kindern ermöglichen sollte, ihre eigene Handschrift auszubilden. Das heißt, die Kinder lernen eine Grundschrift und entscheiden dann selbst, welche Buchstaben sie miteinander verbinden. In eine ähnliche Richtung geht der Ansatz von Sprachforschern der Universität Köln. Sie finden es gar nicht so wichtig, welche Schrift Kinder als erstes lernen. Vielmehr komme es darauf an, den Schülern genügend Zeit zu geben, um die Schrift in Ruhe zu üben. Denn wichtiger als die Schriftart sei das flüssige Schreiben.

Wie verändern sich unsere Texte durch WhatsApp und Co?

Die meisten von uns tippen viel mehr, als sie mit der Hand schreiben. Trotzdem gibt es keine Hinweise darauf, dass sich auf diese Weise die Schreibkompetenzen verschlechtern. Mit Schreibkompetenz meinen Wissenschaftler nicht die Handschrift als solche – denn die leidet auf jeden Fall unter der fehlenden Routine – sondern die Fähigkeit, einen Text zu schreiben. Auch bei Schülerinnen und Schülern muss man keine Angst haben, dass sie demnächst umgangssprachliche Textanalysen schreiben: Mehrere Studien zeigen, dass Schüler zwischen der sehr umgangssprachlichen Chatsprache bei WhatsApp und Co und den Texten, die sie in der Schule schreiben, unterscheiden können. Allerdings gibt es aktuell noch zu wenige Untersuchungen, um die Frage abschließend zu beurteilen. Autorin: Christiane Tovar

 

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Das Ende der Tinte

Wer hat im vergangenen Jahr auch nur einen handgeschriebenen Brief erhalten? Vermutlich kaum jemand. Das Schreiben mit Stift aufPapier ist eine sterbende Kulturtechnik. Das könnte unsere motorischen und kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigen
von Katrin Blawat, Süddeutsche vom 10. März

Das Englische hat seine Tücken, erst recht an diesem grauen Mittwochmorgen. Bestimmter und unbestimmterArtikel, welche Regeln gelten dafür? Alexander Betz hat viele erhobene Arme vor sich, die 13 Jungen und Mädchen seiner achten Klasse machen gut mit. Konzentriert blicken sie auf die Übungssätze, die ein Beamer an die Wandwirft. Davor steht Betz an seinem Laptop und hantiert mit der Fernbedienung. Er unterrichtet in einem ungewöhnlichen Klassenzimmer in einer ungewöhnlichen Schule: Beamer-Projektionen statt Wandtafel, Teppich statt Linoleum auf dem Boden, etwas abseits steht ein Whiteboard. Auf dem steht unter anderem die Frage: „Wie kann man die Situation der Proletarier verbessern?“

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Der Satz springt ins Auge in Schloss Neubeuern, einem Internat nahe Rosenheim, wo die Eltern 3175Euro Gebühren im Monat bezahlen. Und wo Digitalisierung die Antwort sein soll auf viele Fragen, diedas Lernen und das Leben überhaupt betreffen. Das betrifft auch eine Kulturtechnik, die bisher zur Schule gehört wie Hausaufgaben und Pausengong: das Schreiben von Hand mit Stift auf Papier. In Neubeuern haben sie den Willen und das nötige Geld, um mit diesem Relikt der analogen Ära abzuschließen. Lehrer Betz führt die Achtklässler gerade an die sogenannte digitale Tinte heran. Wer einenSatz mit dem korrektenArtikel ergänzt hat, geht vor zum Laptop des Lehrers und schreibt die Lösung mit einem digitalen Stift auf. Er ähnelt dem, mit dem man beim Paketboten unterschreibt. Manche Schüler malen die Buchstaben noch recht unbeholfen auf die ungewohnte Schreiboberfläche, doch Betz und seine Kollegen wissen, wie schnell sich die Jugendlichenumgewöhnenwerden.
Mit der digitalen Tinte – in Neubeuern benutzen sie nur den englischen Ausdruck „inking“ – will die Schule die Vorteile des Handschreibens mit denen der digitalen Welt verbinden. Von der neunten Klassean können sich die Schüler dafür entscheiden, ganz auf Papier zu verzichten und nur noch mit dem digitalen Stift zu schreiben. Längere Texte tippen sie auch, doch „mit der Tastatur allein lässt sich Schule nicht abbilden“, wie Jörg Müller sagt, der Stiftungsvorstand des Internats. Auch deshalb nicht, weil das bayerische Kultusministerium getippte Abiturklausuren verbietet, da die Schüler durch die schnellere Schreibgeschwindigkeit einen Vorteil gegenüber anderen Prüflingen hätten. „Ohne Inking wird es kein digitales Konzept geben“,sagt Müller. Zudem habe man sich bewusst dafür entschieden, die „papierlose Schule“erst von der neunten Klasse an einzuführen: „Für Fünftklässler wäre uns das zu scheuklappig ausgerichtet.“ Was sich an diesem Vormittag in der Englischstunde abspielt, zeigt womöglich eine Zukunft, die uns allen bevorsteht. So wie die Mädchen und Jungen der achten Klasse in Schloss Neubeuern befindet sich die ganze Gesellschaft im Übergang von Tintenfüller, Textmarker und Tipp-Ex (ja, das gibt es noch) zu Tippen und digitaler Tinte. Wie eine vom Aussterben bedrohte Tierart, die nur noch in abgeschiedenen Ecken ihres einst ausgedehnten Lebensraums überlebt, so behauptet sich auch das Handgeschriebene nur noch in wenigen Winkeln des Alltags. Der Einkaufszettel, ein gekritzeltes Post-it am Computerbildschirm und vielleicht noch die Urlaubspostkarte an ältere Familienmitglieder erinnern an die Zeit, in der jeder immerzu Stift und Zettel parat hatte. Oder in Kursen zum Handlettering, der modernisierten VariantederKalligrafie.Dochauchdasist ein Symptom: Die Handschrift wird zum Hobby – oder zu einer „Marketing-Entscheidung“, wie Müller sagt. Er schickt ehemaligen Schülern, viele von ihnen inzwischen im Rentenalter, handgeschriebene Geburtstagskarten: „Weil sie das sehr schätzen.“ Privat hingegen schreibe er keine drei Sätze im Jahr von Hand. Damit ist er nicht allein. Bereits im Jahr 2012 gab in einer Umfrage unter 2000 Briten jeder Dritte an, im vergangenen halben Jahr nichts mit der Hand geschrieben zu haben. Wer doch hin und wieder zum Stift gegriffen hatte, wollte meist nur etwas notieren. Oder den Großeltern entgegenkommen, die sich mit E-Mails nicht anfreunden können. Es liegt nahe, dem Handschreiben den Untergang zu prophezeien. Weniger klar ist jedoch, was dieser Verlust bedeutet. Leidet nicht zumindest die persönliche Note im Umgang, wenn kaum noch jemand mit Stift auf Papier schreibt? „Wir Menschen sind mehr als Funktion. Das Schreiben von Hand hat eine Wertigkeit, die ich nicht missen möchte“, sagt etwa Christian Marquardt vom Schreibmotorik-Institut in Heroldsberg bei Nürnberg.
Doch ob jemand ausladende oder zierliche Buchstaben aufs Papier setzt, ob er jede Möglichkeit für einen Schnörkel nutzt oder Druckbuchstaben nebeneinander reiht – solche Vorlieben gehören nicht mehr zu dem, was einen Menschen ausmacht. Als Philip Hensher, Autor des Buches „The Missing Ink“, bemerkte, dass er die Handschrift seines besten Freundes nichterkennenwürde,fanderdaranvorallembemerkenswert,dassihm dieser Umstand nie zuvor aufgefallen war. Und wenn schon, meinen andere Experten. Der Freund, der früher für seine unleserliche Handschrift bekannt war, fällt jetzt vielleicht durch einen kreativen Einsatz von Emojis auf. Die Zeiten ändern sich,dieTechnikauch –warum der Handschrift hinterherweinen? Ließe sich nicht getrost verzichten auf unleserliches Gekrakel, auf Tintenflecken und auf schmerzende Finger, die sich in Klausuren stundenlang um einen Stift krampfen? Warum es sich schwermachen, wenn es doch Tastaturen gibt? „Was soll’s?“, fragt auch Anne Trubek, Autorin des Buches „The History and Uncertain Future of Handwriting“. Sie sieht im Niedergang der Handschrift zwar einenVerlust–jedoch einen, der sich verschmerzen lasse. Die Debatte sei vorallem kulturell und ideologisch motiviert: Die Alten kommen nicht damit klar, dass sich
Zeit und Technik ändern. Dabei habe die Menschheit schon ganz andere technologische Umwälzungen überstanden .„Man bedenke nur, wie selten die Leute heutzutage noch Wörter in Steine ritzen oder Federn in Tintenfässer tauchen. Schon immer hätten die Menschen schnellere Schreibtechniken angestrebt. „Warum also einen Schritt zurück gehen?“, fragtTrubek.
Und vielleicht gäbe es nach der Umstellung auf die Tastatur auch weniger Opfer des sogenannten Handschriften-Effekts. Demnach schließen Lehrer aus einer schludrigen Handschrift auch auf inhaltliche Mängel des Textes. Wie der Erziehungswissenschaftler Steve Graham von der Arizona State University in Florida gezeigt hat, bewerten Lehrer den selben Aufsatz unterschiedlich – je nachdem, ob sie ihn in sauberer oder hingeschmierter Schrift zu lesen bekommen. Ein wichtiges Argument, wenn man bedenkt, dass sich nach einer Umfrage des SchreibmotorikInstituts jedes dritte Mädchen und jeder zweite Junge in Deutschland schwertut mitdem Handschreiben.
Die Debatte über das Für und Wider der Handschrift ist nicht wirklich neu. Schon im Jahr1965 beklagte der Schreiblehrer E. A. Enstrom aus Pennsylvania den „Niedergang der Handschrift“ in The Elementary School Journal. Er kritisierte die „Laissezfaire-Haltung“, die viele Schulen in den USA von den1930er-Jahren an gegen über der Handschrift zeigten, und warnte vor einem daraus folgenden „Bündel an Schwierigkeiten“. Selbst über die Art der Schreibschrift wurde und wird bis heute heftig gestritten. In den USA galt die sogenannte Palmer-Methode mit ihrer effizient anmutenden Schrift als passender für die Industrialisierung als die bis dahin verbreitete geschwungene Spencer-Schrift. Nebenbei sollten Schüler mittels der nüchternen Schrift gläubigere Christen, patriotischere Amerikaner und generell bessere Menschen werden. In Deutschland hingegen waren Schnörkel vor allem in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts hoch angesehen. Also lernten Kinder die sogenannte Lateinische Ausgangsschrift – bis diese sich als motorisch zu kompliziert herausstellte. Von den 1970er-Jahren an standen daher zwei Optionen auf dem Stundenplan: in der DDR die „Schulausgangsschrift“, im Westen die „Vereinfachte Ausgangsschrift“. Nach der
Jahrtausendwende kam eine vierte Variante auf, die Grundschrift. Bei ihr sind nur wenige Buchstaben miteinander verbunden. Ihren Befürwortern gilt sie als leicht erlernbar und ergonomischer. Daher hat sich unter anderem der Deutsche Grundschulverband im Rahmen seiner Kampagne „Schluss mit dem Schriften-Wirrwarr!“ für die Grundschrift ausgesprochen. Kritiker bemängeln das nüchterne Schriftbild, das wenig Raum für persönliche Entfaltung lasse. Herauskam ein großes Durcheinander: Jedes Bundesland entscheidet für sich, wie Kinder schreiben lernen.
Doch neben solchen, manchmal eher ästhetischen Diskussionen, befürchten einige Experten, dass mit dem Ende der Schreibschrift tatsächlich auch wichtige Fertigkeiten verloren gehen könnten. So fördert das Schreiben per Hand unumstritten die feinmotorischen Fähigkeiten. Um einen Stift zu führen, müssen viele Körperregionen zusammenspielen. Die End- und Mittelgelenke der Fingerbeugen und strecken sich, das Handgelenk ermöglicht eine leichte Drehung, auch Arm und Schultergürtel sind beteiligt. Sogar die Aufrichtung imRumpf und der Muskeltonus im Oberkörper müssen stimmen. Um flüssig schreiben zu können, spielt außerdem der passende Stift eine wichtige Rolle. Für Anfänger eignen sich dicke Stifte. Füller überfordern anfangs viele Kinder, weil man sie nur sehr leicht aufsetzen darf. Kugelschreiber bereiten das gegenteilige Problem, sie verlangen einen starken Druck. Handschreiben ist also Präzisionsarbeit, die sich wahrscheinlich sogar auf den Geist auswirkt. Jean-Luc Velay und Marieke Longcamp von der Aix-Marseille Université zufolge gilt das bereits für das Erlernen des Alphabets. In einer Studie der beiden Forscher fiel es Kindern leichter, die Buchstaben d und p sowie b und q auseinander zu halten, wenn sie Buchstaben-Abfolgen mit der Hand schrieben statt sie zu tippen. Dies sei ein Beleg dafür, dass von Hand Geschriebenes „plurimodal gespeichert“ werde: Das Gehirn verbindet die Bewegungen der Hand und das Gefühl, wie der Stift übers Papier gleitet mit den erlernten Buchstaben. Damit sind diese mi tphysischen Erfahrungen verknüpft – eine Art körperliche Eselsbrücke. „Die physischen Bewegungen, die mit dem Handschreiben einhergehen, sind Teil des Denkprozesses“, argumentieren auch die britischen Erziehungswissenschaftler Jane Medwell und Davis Wrayin einer Übersichtsarbeit aus dem vergangenen Jahr. Und wie Karin James und Laura Engelhardt in den Trends of Neuroscience and Education berichten, aktivierte das Handschreiben Bereiche in den Gehirnen ihrer jungen Probanden, die beim Tippen von Buchstaben unbeteiligt blieben.
Womöglich leidet sogar der schulische Erfolg insgesamt, wenn das Training der Hand eingestellt wird. Das vermuten Laura Dinehart von der Florida International University und Louis Manfra von der University of Missouri, die feinmotorische Fähigkeiten und Schullaufbahnen von mehr als 3000 Kindern untersuch thaben. Demnach deutet eine saubere Handschrift in jungen Jahren auf spätere schulische Erfolge. Auch für andere fein motorische Aktivitäten wie Zeichnen, exaktes Ausschneiden und das Spielen mit Bauklötzchen fand sich dieser Zusammenhang. Doch nirgendwo war er so stark ausgeprägt wie bei der Handschrift. Wer Probleme mit dem Stift hatte, tat sich auch schwerer, längere Texte zu formulieren und Gedanken klar zu artikulieren. Schön formulierte es die Jugendbuch-Autorin Cornelia Funke: „Eine fließende Handschrift bringt die Gedanken zum Fliegen.“ Darüber hinaus fördert sie deren Struktur, wie eine Studie der Psychologen Pam Mueller und Daniel Oppenheimer ergeben hat.  hat. Studenten der Princeton University sahen ein Video mit einer halbstündigen Vorlesung. Eine Gruppe sollte sich dabei von Hand Notizen machen, eine andere mit der Tastatur. Die reinen Fakten konnten beide Gruppen hinterher gleichermaßen wiedergeben. Doch wer einen Stift benutzt hatte, dem fiel es leichter, komplexe Zusammenhänge aus der Vorlesung zu erklären. Vermutlich lag das an der Arbeit ,die diese Probanden schon vor der Niederschrift geleistet hatten: Da sich mit der Hand nicht jedes Wort mitschreiben lässt, ist man gezwungen, das Wichtigste auszuwählen. Man muss den Stoff zumindest grob durchdrungen haben. Wer hingegen in Sprechgeschwindigkeit tippt, kann mitschreiben ohne mitzudenken. „Beruflich muss ich vieltippen“, sagtder Psychologe Marquardt vom Schreibmotorik-Institut. Doch wenn er Ideen sammeln oder sich in ein Thema einarbeiten will, setzt er auf handschriftliche Skizzen. „Es ist verblüffend, wie das funktioniert. Die Ideen kommen mit der Handbewegung beim Schreiben. Es strukturiert die Gedanken.“ Das sagt auch die Schülerin Carolin, die in Schloss Neubeuern lernt: „Wenn ich mich auf Klausuren vorbereite, schreibe ich alles mit dem Stift auf Zettel. Dann kann ich es mir besser merken.“ In den Prüfungen selbst verzichtet sie ebenfalls auf die digitale Variante – wie etwa die Hälfte der Schüler. „Was auf Papier steht, bleibt ewig“, sagt die Elftklässlerin. Tradition oder Technik – immer wieder geht es um diese beiden Pole. Doch vielleicht ist diese Polarisierung auch überholt. „Die Frage ist, wie sich die Handschrift in ein digitales Umfeld einfügen wird“, sagt Marquardt. „Da fehlt uns heute vielleicht noch die Fantasie.“ Jörg Müller aus Neubeuern hält zum Beispiel auch Spracherkennungs-Systeme für eine mögliche Alltagslösung. Dann wäre jegliches Schreiben überflüssig. Welche Technik sich schließlich durchsetzen wird, weiß auch Schülerin Carolin nicht. Doch für sie steht eine Tatsache fest: „Der Mensch wählt immer den einfachsten Weg.“

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Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Die deutsche Sütterlinschrift wurde ab 1915 in Preußen eingeführt, in den 20er Jahren auch in den anderen deutschen Ländern. Der Grafiker Ludwig Sütterlin hatte sie entwickelt, um Schulkindern das Schreibenlernen zu erleichtern. Üblich war damals die Gleichzugfeder, deren kugelige Spitze Rundzüge bei gleichbleibender Strichstärke erlaubte.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Am 1. September 1941 verboten die Nazis die Sütterlinschrift, ab dem Schuljahr 1941/42 sollte nur noch die neue Deutsche Normalschrift (rechts oben) in den Schulen unterrichtet werden. Kurz zuvor waren auch bei gedruckten Schriften alle sogenannten gebrochenen Formen untersagt worden, bei denen es abrupte Richtungswechsel in den Bögen der Buchstaben gibt, so wie bei der Fraktur.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Schreibdidaktiker entwickelten nach dem Krieg aus der Deutschen Normalschrift die Lateinische Ausgangsschrift (rechts), die den lebendigen, rhythmischen Charakter des Schreibens betonen sollte. Sie wurde am 4. November 1953 von der Kultusministerkonferenz in den meisten Bundesländern verbindlich eingeführt, nur Bayern folgte erst 1966.
Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Die offizielle sogenannte Schreibschriftvorlage der DDR von 1958 (rechts) war von der westdeutschen Lateinischen Ausgangsschrift kaum zu unterscheiden. Schreibdidaktiker und Grafiker des Landes kritisierten aber schon bald gestalterische Mängel, außerdem seien die Großbuchstaben unzweckmäßig mit Schwüngen und Schleifen ausgestattet und deshalb schwer von den Schülern zu erlernen.

AKTUELLES LEXIKON

SZ 13.4.2019, Seite 4, Handschrift

Laut Brockhaus ist die Handschrift das „Resultat der durch Gehirnimpulse gesteuerten Schreibbewegung“. Dieses trage schon bei Schülern, die Schreiben lernen, individuelle Züge, was die Handschrift zu einem „Phänomen des Persönlichkeitsausdrucks“ erhebt. Aufgabe der Lehrer war es stets, die Persönlichkeit der Schüler so weit zu bändigen, dass ihre Handschrift zumindest leserlich wurde. Im Fach „Schönschrift“ malte man je nach Bundesland die Buchstaben der Lateinischen, der Vereinfachten oder einer anderen Ausgangsschrift nach. Seit 2011, „Schönschrift“ war da schon abgeschafft, erproben einige Länder das Konzept der „Grundschrift“, die sich Schüler quasi freihändig aneignen. Ob es Vorbilder im Schriftbild noch braucht, ist streitbar geworden, seit Laptop und Whiteboard in die Klassenzimmer einzogen; auch Erwachsene schreiben kaum noch mit der Hand. Selbst Liebesbriefe kommen heute per E-Mail. Angesichts der Marginalisierung des analogen Schreibens wundert es nicht, dass bayerische Lehrer nun beklagen, dass die Handschrift ihrer Schüler sich deutlich verschlechtert habe und hier eine „Basiskompetenz“ verloren gehe. Indes: Womöglich verliert sich die Handschrift gar nicht, man erlernt sie heute nur später. Die Hobbykurse für „Handlettering“ besuchen hauptsächlich Erwachsene. KJAN

Ungeübte Hand

SZ 14.4.2019, Seite 5, Schreiben fällt Kindern schwer

Probleme? Anne Deimel spricht lieber von Herausforderungen, aber davon gibt es beim Thema Handschreiben aus ihrer Sicht eine ganze Menge. Damit meint die 52-Jährige, die seit 15 Jahren eine Grundschule in Arnsberg, Nordrhein-Westfalen, leitet, nicht das schöne oder richtige Schreiben, sondern das Schreiben an sich: Wie halte ich den Stift, wie fest muss ich aufdrücken, wie schreibe ich fließend und unverkrampft, sodass noch Konzentration für den Inhalt übrig bleibt? „Wir merken, dass es immer mehr Kinder gibt, denen es sehr schwerfällt“, sagt Deimel.
Schüler können immer schlechter mit der Hand schreiben – dieser Meinung ist nicht nur Deimel, dieser Meinung ist einer Umfrage zufolge auch die überwältigende Mehrheit der Lehrer in Deutschland. Die Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat mehr als 2000 Lehrer befragen lassen und die Ergebnisse am Dienstag in Berlin vorgestellt. 86 Prozent der Lehrer gaben an, die Handschrift der Schüler habe sich verschlechtert. Jedes dritte Mädchen hat ihrer Einschätzung nach Schwierigkeiten mit der Handschrift – und sogar jeder zweite Junge.
Als Gründe sehen die Lehrer vor allem fehlende Routine und die Digitalisierung. Schulleiterin Anne Deimel, die auch stellvertretende Landesvorsitzende des VBE in Nordrhein-Westfalen ist, sagt, dass sich die Bedingungen besonders an den Grundschulen in den letzten Jahren stark verändert hätten. Die familiären Hintergründe der Kinder werden immer unterschiedlicher, während die Zeit, sich um ihre Bedürfnisse zu kümmern, immer weniger wird. Es brauche mehr Personal an den Schulen.
Deimel betont aber auch, dass die Schule Entwicklungen auffangen müsse, die sie kaum beeinflussen könne. So sei es für viele Kinder heute schon vor der Grundschule normal, „zu wischen und zu tippen“. Körperliche Bewegung falle vielfach weg: Kneten, Spielen, Fußball. „In vielen Familien fehlt heute die Zeit, Dinge zu machen, für die die Hände gebraucht werden“, sagt Deimel. Sie sieht deshalb nicht nur die Schulen, sondern auch die Eltern in der Pflicht – und sei es, indem sie beim Kauf des ersten Füllers genau hinschauen, was ihre Kinder brauchen.Paul Munzinger

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Darum ist die Handschrift so wichtig

In Zeiten der Digitalisierung schreiben immer weniger Menschen noch mit der Hand. Das hat Folgen. Nicht nur für die Qualität der Handschrift.

Ob mit Smartphone, Tablet oder am PC - die moderne Kommunikation läuft fast ausschließlich digital ab. Kaum jemand muss mehr etwas mit der Hand schreiben. Die klassische Handschrift leidet darunter. Dabei ist sie nicht nur zum Briefe schreiben besonders wichtig, wie Graphologin Rosemarie Gosemärker aus Bielefeld am Tag der Handschrift (23.01.2017) im Interview erklärt

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WDR: Im digitalen Zeitalter schreiben immer weniger Menschen mit der Hand. Wie wirkt sich das auf die Schrift aus?

Rosemarie Gosemärker: Es mangelt den Menschen an Übung. Die Handschrift wird dadurch ungelenker und verliert ihre Feinheit. Man schreibt dann auch langsamer. Im Prinzip entwickelt sie sich in Richtung der Schulschrift zurück, was nicht unbedingt schlimm ist, wenn das Gegenüber keinen Wert auf die Handschrift legt. Ob geschickte oder ungeschickte Handschrift - der Mitteilungscharakter bleibt ja. Richtig verlernen kann man das handschriftliche Schreiben aber nicht, außer bei bestimmten Krankheiten.

WDR: Warum ist es heute immer noch sinnvoll, mit der Hand zu schreiben?

Gosemärker: Das mit der Hand Geschriebene wird stärker im Gehirn verankert, sodass die Erinnerungsleistung besser ist. An der Uni machen sich ja mittlerweile mehr als die Hälfte der Studenten ihre Notizen auf dem Laptop. Dabei ist erwiesen, dass das Schreiben mit der Hand dazu führt, dass der Lernstoff besser behalten werden kann.

Die Erinnerungsleistung derer, die mit der Hand schreiben, ist erheblich besser. Das liegt daran, dass das Schreiben das Gehirn ganzheitlich aktiviert. Darum ist es auch so bedeutend, in der Grundschule weiterhin auf die Handschrift zu setzen. Es ist wichtig, dass Kinder handschriftliches Schreiben lernen, damit sich im Gehirn diese Spuren einprägen. Da gilt der alte Satz: Handschrift ist Hirnschrift.

WDR: Handgeschriebenes ist doch auch persönlicher, oder?

Gosemärker: Das kommt noch hinzu. Bestimmte zwischenmenschliche Themen können besser mit der Hand auf Papier gebracht werden. Das gilt beispielsweise für Kondolenzbriefe. Das Schreiben mit der Hand verstärkt die eigene Vorstellungskraft und man wird kreativer. Der Inhalt des Textes wird viel mehr beachtet. Man kann viel bildhafter schreiben. Auch viele Schriftsteller schreiben schöpferische Texte erst mal mit der Hand.

WDR: Wie lässt sich Menschen in der digitalen Zeit wieder mehr Freude am handschriftlichen Schreiben vermitteln?

Gosemärker: Ich denke, zuerst sollten die Menschen einsehen, dass es einfach nützlich ist mit der Hand zu schreiben. Dann sollten sie das Gefühl wieder erleben, wie es ist, wenn der Kugelschreiber oder Füllfederhalter auf dem Papier das ausdrückt, was der Kopf hergibt. WDR: Was sagt die Handschrift über einen Menschen aus? Gosemärker: Schreiben ist eine Handlung, die sich selbst protokolliert, weil die Schrift ja auf dem Papier bleibt. Es gehört im weitesten Sinne zur Körpersprache und drückt dasselbe aus, wie Mimik, Gestik oder Gang, nur auf feinmotorische Art. Die eigene Handschrift ist unverwechselbar.

WDR: Können Sie sich vorstellen, dass es die Handschrift irgendwann tatsächlich nicht mehr geben wird?

Gosemärker: Es ist vorstellbar, aber es wäre ein großer Verlust eines Kulturgutes. Wenn die Handschrift durch das Schreiben per Tastatur komplett ersetzt wird, wird inhaltlich vielleicht nicht so viel verloren gehen, wie man befürchten muss. Aber es geht besonders die Ausdrucksfähigkeit und das Vermitteln der eigenen Gefühle verloren.

Das Interview führte Benjamin Esche

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