UNgeREIMtheiten

 

… ab 17. Januar 2020 entstanden, immer wieder erweitert, manches hat sich zwischenzeitlich nicht nur am Ministerium innerhalb kurzer Zeit verändert und niXX ist so wie es scheint …

 

    Gymnasium  A13  23
    Berufsoberschule  A13 23
    Fachoberschule  A13 23
    Realschule  A13 24
    Förderschule  A13 26
    Mittelschule  A12 27
    Grundschule  A12 28
    29 ab 1.8.2020

 

Seit 2012 unverändert.

Dass Fachlehrkräfte noch mehr unter Wert alimentiert werden, möchte ich schon gar nicht kommentieren.

 

 

STUDIUM als Kriterium für zementierte und überkommene Vorurteile und Unterschiede:   Mathematik-Hauptfach-Studierende Grundschule befinden sich in den gleichen Seminaren und Vorlesungen wie angehende Gymnasiallehrer. In ihrem Hauptfach schreiben sie die gleichen Klausuren und Scheine wie die Kollegen an den Realschulen und das gleiche Examen wie diese. Im nicht vertieften Fach ist das Studium und das Examen für Grundschule, Mittelschule und Realschulen gleich. Bei bestimmten Schularten steht dann „wissenschaftliche Fächer“.

Dass das sog. Fachstudium der sog. höheren Schulen gegenüber der Didaktik Grundschule eine andere Wertigkeit erfährt, ist durch nichts gerechtfertigt. Lehramtsstudenten Grundschule studieren zwar nur ein Fach vertieft mit den gleichen Anforderungen wie die Kollegen der sog. höheren Lehrämter, dafür studieren sie drei Fächer und schreiben auch drei Examen in ihren sog. Drittelfächern.

Die viel zitierte unterschiedliche Ausbildungslänge ist ebenso ein viel zitiertes und falsches Argument; die verordneten Pflichtstudienzeiten sind nicht gleich lang und selbst wenn es dann so ist: ein M.A. Grundschule erhält eben kein A13! Punkt

 

PRAXIS sieht anders aus:  Dass das Interesse der 1200 umgeschulten Real- und Gymnasiallehrer stark nachlässt, verwundert nicht: diese Lehrerinnen und Lehrer mit „höherem“ Lehramt gehen reihenweise beim Einsatz in den Schulen „BADEN“, wenn sie denn in einem funktionierenden Kollegium nicht aufgefangen werden. Am Gymnasium sind auftretende Probleme für Schüler und Lehrer nach 45 Minuten beendet; an einer Grundschule können diese nicht bis 13:00 Uhr „geschoben“ werden. Dass „Volksschullehrer“ im Selbststudium nicht studierte Fächer erlernen um fachgerecht unterrichten zu können, sei am Rande erwähnt. Wenn die Verbände für Realschule und Gymnasium der Meinung sind, der „Einheitslehrer“ stehe im Widerspruch zum „gegliederten Schulsystem“, dann ist das das Standesdenken aus dem vorletzten Jahrhundert und es ist das was es ist: DÜNKELHAFT. Unabhängig vom Fachkönnen werden nahezu alle Kollegen Realschule und Gymnasium nach den entsprechenden „Wartezeiten“ befördert. Die funktionslose Beförderung zum Studienrat A13 an Grundschulen und Mittelschulen ist m.W. inoffiziell auf 20% „gedeckelt“. Nicht berücksichtigt ist für 2020/2021 die Tatsache, dass vor allem in den großen Städten wie München, Nürnberg, etc. Personal durch die Mindest-Teilzeiterhöhung auf 24 von der Grundschule in der Mittelschule gehen muss; das wird nach meinen Erfahrungen weniger gut gelingen.Immer noch wird suggeriert, es ginge um eine Stunde Mehrarbeit. Tatsache ist,

  • wenn 1400 Stellen fehlen sind das über 39000 Unterrichtsstunden
  • wenn 14% der 37000 Grundschullehrkräfte von Mehrarbeit betroffen sind,
  • betrifft das rund 5200 Personen,
  • die wenigsten sieben Stunden mehr arbeiten

"Die Idee des Beamtentums ist eigentlich, Vollzeit zur Verfügung zu stehen, alles andere sind Ausnahmen", sagte Piazolo. Gerade an den Grundschulen seien diese aber eher die Regel. Etwa ein Drittel der Lehrer arbeite nur in Vollzeit, … „Damit wird suggeriert, an den Grundschulen sei der Personalmangel selbst verschuldet. Tatsache ist, 90,2% Lehrkräfte an den Grundschulen sind eben Frauen (Vollzeit arbeiten 13.000 von 37.000). Die Frage nach dem fehlenden Männeranteil wird wie üblich nicht gestellt.

Verschwiegen wird:

  • an den Realschule (Anteil Frauen 67,5%) arbeiten auch nur 9698 von 17285 voll und
  • an den Gymnasien (Anteil Frauen 59,5%) arbeiten 12699 von 37113 voll

Zahlen aus „Bayerns Schulen in Zahlen 2018/2019“ ISSN 1437-0662 (Reihe A), Herausgeber: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, 80327 München, Auswertungen und Tabellengestaltung: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Referat für Bildungsstatistik, Statistische Ausgangsdaten: Bayerisches Landesamt für Statistik (sofern nicht anders angegeben), Schriften des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus Reihe A Bildungsstatistik Heft 67, München, Dezember 2019

Prof. Dr. Gerhard Waschler, MdL, Vorsitzender des Arbeitskreises für Bildung und Kultus, mit Schreiben vom  06.02.2020:  „Durch das Arbeitszeitkonto sind im nächsten Schuljahr nur ein Viertel der Grundschullehrkräfte betroffen.“ PDF Prof. Dr. Waschler, CSU >> LINK

Ja, was stimmt denn nun?

 

Grundschullehrer kommen mit wirklich ALLEN (!) Kindern zurecht und müssen dafür entsprechend nicht nur mit Worten gewürdigt werden. Wenn über die Erhöhung der Eingangsbesoldung auch mehr Männer an die Grundschulen gelangen …

 

FAZIT  Die angedachten Maßnahmen, zum Teil bereits relativiert, 

  • beträfen nur 14 bzw. 25%, (in Tranchen) die Androhung größerer Klassen (in der Grundschule eh´ durch Höchstgrenzen - 27 in Klasse 1 und 28 in 2 bis 4 - geregelt),
  • Senkung um zwei Leistungserhebungen in der Klasse 4, 
  • Schulleiterentlastung (sollten mit gutem Beispiel vorangehen und zwei Stunden mehr arbeiten), …,

bringen auch diesmal zwar Stundengewinne, allerdings keine „Köpfe“. Sie sind auch nicht mit der Erhöhung vor 20 Jahren vergleichbar, als man über den Schüleranstieg anscheinend Bescheid wusste. 

Die angedrohten Alternativen in der Sendung "jetzt red i" vom 22. Januar 2020 und nachgeschoben in der Süddeutschen vom 27. Januar sind nicht zu verstehen:

  • Kinder beschäftigen sich selbst oder Ganztagsunterricht wird abgeschafft
  • Klassen wachsen auf 40 Schüler an, wodurch Unterrichten und Lernen strapaziöser würde >> Herr Minister Piazolo kennt die Deckelung nicht: Klasse 1 27 Kinder und 2 bis 4 auch mal 30
  • Stundenpläne kürzen
  • Schulen schließen

Dass in meinem reichen Bundesland BAYERN im Ministerium seit Jahren Prognosen NICHT beachtet werden, …, etc. da hat wohl die Mathematik an mehreren Schulen vollkommen versagt.

Jetzt geht es um einen vorhersehbaren Lehrermangel in ganz bestimmten Schularten. Die Erhöhung ist nicht im Rahmen von einer Stunde zu sehen: das kommt zwar gut rüber, ist allerdings total falsch. Wenn das lt. Minister nur 14% bzw. 25% betrifft, werden diese, je nach Taschenrechner, im Schnitt vier und mehr Stunden mehr arbeiten müssen. Diese Maßnahme ist damit nicht nur respektlos gegenüber meinen ehemaligen Grundschulkolleginnen, sie ist beamtenrechtlich und menschlich zutiefst UNGERECHT.

Bei Ärztemangel wird nicht der „Numerus clausus“ verändert, sondern es werden „Strukturmaßen“ ergriffen, die es beispielsweise den jungen Ärzten leichter machen aufs Land zu gehen. Bei angehenden Grundschullehrern gilt offensichtlich ein anderes Prinzip.

Der Minister und das Ministerium hätten leider keinen einzigen konkreten Lösungsvorschlag erhalten, auf welche andere Weise so kurzfristig und in einem solchen Umfang Personalkapazitäten zur Verfügung gestellt werden könnten, ohne dabei das Kindeswohl – beispielsweise durch Reduzierung der Stundentafel und damit weniger Unterrichts- bzw. Lernzeit, durch große Klassen oder gar Schließung von Schulstandorten – zu gefährden. Wenn man beispielsweise effiziente Maßnahmen wie eine Stunde weniger Religion und HSU in der vierten Klasse kategorisch und diskussionslos ausschließt und nur mit dem  Kindeswohl in der Bildungspolitik an erster Stelle argumentiert, naja, und sich sonst niXX anhört, ...

… und dabei nicht an mehr Lernzeit der Viertklässler denkt, damit die BILDUNG in dieser entscheidenden Phase Kinder besser gelingen kann, dann müssen halt 14% oder 25% wenigstens vier Stunden mehr arbeiten.


Petition

… gegen die Neuregelung der Arbeitsbedingungen für Grund-/Mittelschullehrer*innen in Bayern! >> LINK

Abdruck Schreiben Ministerium an ...

… die Lehrkräfte, Fachlehrkräfte und Förderlehrkräfte an den Grund- und Mittelschulen in Bayern >> LINK

Sog. Klemmgutachten

Die Grüne Landtagsfraktion hat schon im Sommer 2019 ein Gutachten zum Thema Lehrkräftebedarfsentwicklung vorgestellt: LINK

Eine Kurzfassung vom 29. Juli 2019 unter LINK


Bayerns Schulen in Zahlen 2018/2019

ISSN 1437-0662 (Reihe A), Herausgeber: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, 80327 München
Auswertungen und Tabellengestaltung: Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Referat für Bildungsstatistik
Statistische Ausgangsdaten: Bayerisches Landesamt für Statistik (sofern nicht anders angegeben) 

Schriften des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus Reihe A Bildungsstatistik Heft 67, München, Dezember 2019   >> LINK


Bayerisches Fernsehen

Berichterstattung BR24 und TV Bayerisches Fernsehen 22. Januar 2020, 23:57 Uhr: "jetzt red i" Hitzige Diskussion zum Lehrermangel in Bayern   "Fehlende Wertschätzung", "ausgelaugt", "nicht mehr zu schaffen": Im BR Fernsehen konfrontierten Lehrerinnen und Eltern Kultusminister Michael Piazolo mit harter Kritik. Er verteidigte seine Pläne im Kampf gegen den Personalmangel an den Schulen. >> LINK

TV Sendung auch auf Feissbuggg "jetzt red i" vom 22. Januar 2020 >> LINK


Drohender Lehrermangel

ZDF 12.09.2019 17:11 Uhr Grundschulverband ist besorgt >> LINK

Offener Brief der Landesgruppe des Grundschulverbands an Staatsminister Piazolo zu den geplanten Mehrbelastungen der Grundschullehrer im Rahmen der ‚Maßnahmen zur Sicherung des Unterrichts‘ durch das Staatsministerium ab dem Schuljahr 2020/21 >> LINK

Neue Maßnahmen ermöglichen sichere Unterrichtsversorgung

Aufgrund des weiterhin hohen Lehrerbedarfs an Grund-, Mittel- und Förderschulen hat das Kultusministerium neben bewährten Maßnahmen wie der Zweitqualifizierung weitere Strategien entwickelt, um die Unterrichtsversorgung im Freistaat auch in den kommenden Jahren zu sichern. >> LINK

 

Bine Die auf Feisbugg

Grundschule wird lediglich als Zulieferer für spätere Bildung gesehen, Mittelschule interessiert Herrn Piazolo ohnehin nicht, weil nur Abitur zählt, allenfalls noch der MA.
Aber die Basis interessiert ihn nicht. Warum wurden in der Coronakrise die Viertklässler bedacht? Nicht, weil Piazzolo findet, dass dort so viel für Bildung geleistet wird, sondern weil man Angst vor klagenden Eltern hatte.
Die Mittelschule ist nicht existent für ihn, er hat den Schülern nicht einmal Glück für die Prüfungen gewünscht.

Erklärtes Ziel ist ja, dass jeder Schüler mindestens den MA hat. Wer dann später mal als Pfleger, Verkäufer, Maler, Gerüstbauer, Elektriker, Maurer,.... arbeiten wird, wenn die MS und deren Abschlüsse gar nichts mehr zählen, das ist doch die Frage. Um ein Haus zu bauen, braucht es einen Architekten, aber viele Arbeiter.
Um ein Pflegeheim zu leiten, braucht es - wenn überhaupt - einen BWler, aber viele Pfleger und Reinigungsfachkräfte.
Um Zahnersatz zu fertigen, braucht es einen Zahnarzt in der Praxis und viele Zahntechniker im Labor.
Um zu Essen zu haben, braucht es gar keinen Akademiker, aber viele Landwirte, Verkäufer,...

DAS muss endlich mal verstanden werden. Die grundlegende Bildung wird von OBEN falsch betrachtet.
GS und MS sind die Basis der Gesellschaft, hier braucht es die besten und vor allem viele Lehrer. Das wird nur gelingen, indem man sie für gleichwertige Arbeit auch gleichwertig bezahlt.

https://www.facebook.com/sabine.dietzel